Theatergruppe Essellissimo

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Nachbericht der Lesung "Im Himmel auf Erden" am 21.12.2008 im Alten Dom in Linz

Nachdem wir die letzten Jahre Theaterstücke zur Aufführung gebracht haben, hat sich die Gruppe Essellissimo für dieses Jahr etwas Besonderes ausgedacht – eine Benefizveranstaltung. Während in der Adventszeit traditionell für Menschen mit Behinderung in diversen Aktionen gesammelt wird, drehten wir den Spieß um und veranstalteten eine Spendenaktion zugunsten des Sozialprojektes „Jesuitenpater Georg Sporschill“ für Straßenkinder in Rumänien.
Frei nach Texten von Elmar Gruber, lasen wir Gedanken über das Vaterunser, arrangiert und zusammengestellt von Monika Haslinger. Begleitet wurden wir musikalisch von Pater Werner Hebeisen, der dank seines außerordentlichen Talents (er besitzt an die 17 Musikinstrumente) mit Gitarre, Saxophon, Harfe, Querflöte, Violine und Zither die Lesung umrahmte.
Trotz des schlechten Wetters und trotz Weihnachtshektik ließen sich an die 50 Personen die Lesung nicht entgehen und so sind wir in der Lage 330,20 Euro an das Projekt zu überweisen.
Für 2009 planen wir die Lesung nochmals abzuhalten. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.
 

 

Gehandicapt - na und?

Immer diese verflixten Abkürzungen! Was mag denn nun SLI bedeuten? Nun, nicht die Abkürzung fur Sylvester Stallolle, sondern für den Verein selbstbestimmt- Leben-Initiative, dessen Hauptziel es ist, sowohl soziale als auch bauliche Barrieren ir unserer Gesellschaft abzubauen, damit Menschen mit Beeinträchtigung selbstbewusst und selbstbestimmt leben können. Und er hat auch mit Theater zu tun, denn bereits 2003 gab's den ersten Theaterworkshop, 2005 mit Inge Stöttinger und mir den zweiten, dann war es nicht mehr weit zur Gründung der Theatergruppe "esselissimo", der derzeit 8 Personen mit den unterschiedlichsten körperlichen Beeinträchtigungen angehören. Ein- bis zweimal die Woche wird geprobt, vor Premieren natürlich häufiger. Und mit der Gründung wurden sie auch gleich Mitglied des Amateurtheaters OÖ.Theatergruppe Esselissimo bei einer Haltestelle

Die Stückliste kann sich sehen lassen: "Auf hoher See" von Slawomir Mrozek, "Die Gehaltserhöhung" von Georges Perec und zuletzt "Hotel Sehnsucht", mit dem sie auch am internationalen integrativen Theaterfestival sicht:wechsel erfolgreich teilnehmen. Gerade das letzte Stück war ein Lehrbeispiel für Theater in der Öffentlichkeit. Schauplatz waren die Talstation der Pöstlingbergbahn, die Straßenbahnlinie 3 bis zum Hauptplatz und der Höhepunkt die witzig verschmitzte sachkundige Führung über den Hauptplatz mit einer blinden "Führerin". Nicht nur Theater wird gespielt, sondern der von Geburt an blinde Uni-Assistent Bernhard Stöger gab und gibt meisterhaft gestaltete Lesungen, wobei es ihm Christian Morgenstern besonders angetan hat.

Die Gruppe arbeitet mit Rosmarie Vogtenhuber, einer am Max Reinhardt Seminar ausgebildeten Regisseurin und denkt daran, im März 2008 einen Improvisationsworkshop fur Menschen mit und ohne Behinderung anzubieten. Und sollten Siel solltet ihr demnächst einen Programmfolder VOll "esselissimo" bekommen, dann wissen Sielwisst ihr, das ist Theater cremissimo.

Bernhard Paumann


 

Nachbericht internationales integratives Kulturfestival Sicht:wechsel

Zusammengepfercht sitzen wir nervös in einem Kammerl am Pöstlingbergbahnhof. „Los geht’s – toi toi toi“ sagt unsere Regisseurin und schön stürzen wir uns am 25. Juni in das Abenteuer Stationen-Straßentheater. Die nächsten 75 min. führen wir das Publikum ins Hotel Sehnsucht, so der Titel unseres Stückes. Die Sonne lacht am Premierentag vom Himmel, die Kamera des ORF Teams, die während der ganzen Aufführung dabei ist, surrt ständig vor unseren Köpfen. Da endlich, die letzen Worte werden gesprochen, Applaus erklingt – wir haben es geschafft! Noch 3mal werden wir quer durch Linz ziehen. Was bleibt zum Schluss? Hat sich das Experiment gelohnt? Was von uns Mitspielern niemand für möglich gehalten hat, es hat tatsächlich funktioniert. All unsere Ängste und Sorgen, die monatelange oftmals ermüdende Probenzeit, all das ist wie weggeblasen. Vom Festivalbüro erhalten wir durchwegs positive Rückmeldungen und Lob für die darstellerische Leistung, für den Zusammenhalt unsere Gruppe.

Trotz unseres straffen Aufführungskalenders, ist es uns gelungen auch Produktionen von anderen Gruppen zu sehen. Vergleiche werden gezogen, Bekanntschaften gemacht. Essellissimo war die einzige Gruppe mit Darstellen mit körperlicher Beeinträchtigung. Die anderen Ensembles bestanden vorwiegend aus Menschen mit Lernbeeinträchtigung bzw. mit einer Sinnesbehinderung. Obwohl die Festivalleitung im Nachhinein von einem Erfolg des Festivals spricht, haben es leider gerade selbst betroffene Menschen nicht der Mühe wert gefunden sich Produktionen des Festivals anzusehen. Woran das wohl liegen mag?

Nach diesem aufregenden intensiven Jahr planen wir für das Frühjahr 2008 einen Theaterworkshop zum Thema „Improvisation“ abzuhalten. Eingeladen ist alle Interessierte mit und ohne Theatererfahrung.

Auf eure zahlreiche Teilnahme freut sich Sabine Pfeiffer.


 

DIE GEHALTSERHÖHUNG von Georges Perec

Endlich war es wieder so weit. Der Verein SLI Linz, der vor zwei Jahren eine Theatergruppe gegründet hatte, die seit heuer unter dem Namen ESSELISSIMO in regelmäßigen Abständen unter professioneller Leitung probt, hat seine zweite Theateraufführung mit "bravour" gemeistert.

Das stück handelt von einem Angestellten, der seinen Abteilungsleiter aufsuchen will, um ihn um eine Gehaltserhöhung zu bitten. Die Stimmen, die ihn im folgenden durch die Gänge deren Gesamtheit ganz oder teilweise die Organisation bilden, die ihn beschäftigt, jagen, könnten auch seinem eigenen Kopf entstammen. Am Ende des Stücks steht der Anfang: „Angenommen – etwas, das alle Tage vorkommt – Sie haben Ihre Gehaltserhöhung nicht bekommen. In diesem Fall müssen Sie wieder von vorne anfangen.“ Ein zugleich höchst komischer und zum Wahnsinn treibender Versuch, mit den entweder/oders unseres Lebens umzugehen.

Hoffentlich gibt es noch viele tolle, bereichernde, amüsante, spritzige, professionelle, ... Stücke und Aufführungen. Man kann der Theatergruppe ESSELISSIMO nur gratulieren!!!

Schauen sie mal auf die Seite www.gleichgestellt.at unter dem Punkt Kultur und Medien. Da ist eine ganz nette und neutrale Kritik über dieses Stück.

 

AUF HOHER SEE von SLAWOMIR MROZEK

Die Mitglieder der Theatergruppe SLI LINZ.

Am 3. und 4. Juni 05 fand die erste öffentliche Vorstellung der Theatergruppe SLI Linz, unter der Regie von Frau Rosemarie Vogtenhuber statt. Zusätzlich zu der Aufführung wurde „das Kamel“ eine Lesung mit Kurzgeschichten vorgetragen.

Das Stück handelte von drei Schiffbrüchigen auf einem Ozean dieser Welt. Da keine Lebensmittel mehr vorhanden waren beschlossen sie, dass sie die Situation, die immer bedrohlicher wurde, nur auf eine weise lösen konnten. „Wir müssen einen von uns essen!“ Auf engstem Raum wird das Verhalten der drei Menschen seziert, die mit wohlgemeinten Argumenten und rethorischem Können versuchten sich gegenseitig auszuspielen.

DAS STÜCK UND DIE LESUNG WAREN AMÜSANT UND EINE AUGENWEIDE! Ich glaube, das Publikum ist mit mir einer Meinung, wenn ich sage, wir freuen uns auf die nächste Inszenierung.