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Seminare
20.-22.04.2007 in Spital am Pyhrn
Autoren: Karin Holzmann und Michael Hochmayr
Referent: Christian Spath
Teilnehmer: 14 Personen unterschiedlicher Sparten von Kultur- Naturfreunde
Wir befassten uns mit den Fragen, was ist Marketing und was ist Werbung!
Was ist Marketing???
Marketing (von engl. marketing: auf den Markt bringen, Vermarktung) ist eine zentrale Funktion der Betriebswirtschaftslehre und bietet Organisationen einen systematischen Ansatz, um Entscheidungen markt- und kundenorientiert zu treffen. Alle Maßnahmen, die diesem Ziel untergeordnet sind, werden im Begriff “Marketing” zusammengefasst. Diese können je nach Ansatz auch auf indirekt marktrelevante Bereiche eines Unternehmens ausgeweitet werden. Marketing wird daher auch als Unternehmensprozess verstanden, bei dem ein Unternehmen Absätze planmäßig vorbereitet, durchführt und zukunftsorientiert sichert. Zum Marketing gehört auch, neue Märkte zu erschließen und vorhandene Märkte zu erweitern. Eine allgemein akzeptierte Marketing-Definition hat die wissenschaftliche Literatur nicht hervorgebracht. Gängig ist jedoch der Begriff Marketing-Mix, eine Aufstellung der einzelnen operativen Marketing-Maßnahmen in den Aufgabenbereichen Preis, Produkt, Distribution und Kommunikation.
Was ist Werbung???
Werbung ist ein Instrument in der Kommunikationspolitik, einem Teilbereich des Marketing-Mix. Hier steht sie neben dem Sponsoring sowie der Verkaufsförderung (Promotion), der Öffentlichkeitsarbeit (abgekürzt aus dem Englischen auch PR für Public Relation) und dem Product Placement, das sich mit dem Einbringen von Markenprodukten in Film und Fernsehen befasst. Obwohl für beinahe sämtliche Kommunikationsinstrumente eines Unternehmens zentrale Aspekte und Regeln der Werbung gelten wie z.B. die sachgerechte Ansprache der Zielgruppe, die Einpassung in ein übergeordnetes Design (Corporate Design) oder die Messbarkeit anhand von Rücklaufzahlen (sog. Response), haben sich für die weiteren Instrumente der Marktkommunikation jeweils eigene Gesetzmäßigkeiten und Einsatzgebiete entwickelt.
So folgt z.B. auch das Podiumsgespräch zum Thema Standortplanung innerhalb der Öffentlichkeitsarbeit eines Unternehmens den Gesetzen der Wahrnehmung von Reizworten, kann jedoch nicht mit den gleichen kurzfristigen Maßstäben für Erfolg gemessen werden, wie eine mehrstufige Anzeigenkampagne.
Werbung kann auf dieser Grundlage weder isoliert von anderen Instrumenten des Marketing betrachtet werden, noch darf die zunehmende wechselseitige Interaktion mit den übrigen Leistungsbereichen eines modernen kundenorientierten Unternehmens vernachlässigt werden. Neben den vielfältigen Wechselwirkungen mit den Funktionen des Marketing-Mix selbst sind hier insbesondere die Verknüpfung mit der glaubwürdigen Ansprache von Investoren und Geldgebern zur Unternehmensfinanzierung (Finanzkommunikation), der Umgang mit den eigenen Mitarbeitern (Marketing nach innen) oder mit Lieferanten (Beschaffungsmarketing) zu nennen. Ein neuer und wichtiger Werbeträger ist das Internet (Hompage).
Marketing und Werbung hat nur dann Sinn wenn ich gewisse Fragen Beantworten kann und auch weiß was ich damit erreichen will. Sehr wichtig dabei ist es sich einen Zeitplan zu erstellen wann ich mein Ziel erreichen möchte.
Es war ein sehr gelungenes und anregendes Seminar. Wir sollten unseren Verein Sli -Oberösterreich vielleicht ein wenig genauer unter die Lupe nehmen!?!
Im Tanzen das Leben umarmen
Tanzimprovisations-Workshop vom 6. bis 7. Nov. 2004
Ich vergesse den kalten und nüchternen Turnsaal, tauche ein in eine andere Welt, in die Welt des Tanzes. 20 tanzbegeisterte Menschen mit und ohne Behinderung trafen sich vom 6. bis 7. November 2004 im Turnsaal des Oö. Blindenverbandes zu einem Tanzimprovisations-Workshop, veranstaltet vom Verein Selbstbestimmt-Leben-Initiative Linz. Die Trainerinnen waren Mag. Natalie Begle, Musik- und Tanzpädagogin aus Vorarlberg, und Mag. Ulrike Pfeifenberger, Beraterin und Koordinatorin bei SLI Schwaz in Tirol und Rollstuhlfahrerin. Beide absolvierten das DanceAbility Teacher Training bei Alito Alessi im Sommer 2003. DanceAbility ist gemeinsames Tanzen von Menschen mit und ohne Behinderung, geprägt vom Tanzstil der Improvisation und Kontaktimprovisation, und wurde von Alito Alessi vor 15 Jahren in den USA gegründet.
- Schön, dass drei BewohnerInnen der Diakonie in Gallneukirchen dabei waren. Am Anfang gab es da eine Hemmschwelle in der Begegnung, die durch den Workshop weniger geworden ist. Die Drei waren eine Bereicherung.
- Es war für mich eine Herausforderung, mich im Tanzen jemandem zu öffnen. Doch wenn beide offen sind, sprühen die Funken und es entsteht eine wahnsinnig intensive Kommunikation, die alles übertrifft, was Sprache ausdrücken kann!
- Das Meditieren und Spüren des eigenen Körpers und des Körperkontaktes mit anderen, zB durch Druck und Ziehen, war spannend.
- Beim Tanzen bin ich an die Grenzen meines Körpers und meiner Wahrnehmung gestoßen und habe bemerkt, dass sich einige Vorstellungen von Bewegung, die ich im Kopf habe, nicht verwirklichen lassen.
- Jede/r kann seinen Ausdruck finden, jede/r kann tanzen – und sei es nur mit den Augen!
- Die Gruppe aus Rolli-FahrerInnen, Gehenden und Menschen mit geistiger Beeinträchtigung war harmonisch.
- Ich habe beim Ausprobieren gemerkt, wie schwierig das Handling eines Rollstuhls ist.
- Es gibt verschiedene Arten auf Bewegung zu antworten, zB ich werde langsamer, wenn der andere schnell ist, ich setze mit Tanz ein, wenn der andere stoppt.
- Es ist eine wichtige Erfahrung für mich mit Behinderung zu tanzen.
Ich persönlich habe bei diesem Workshop für mich eine neue Sprache entdeckt. Eine Sprache, die mir hilft, etwas vom Kopflastigen wegzukommen und meinem Körper Ausdruck zu verschaffen – den Tanz.
Folgeseminar Peer Counseling II – ein bereicherndes Seminar
Vom 1. bis 3. November 2004 fand dieses Seminar im Volkshaus Ebelsberg unter der Leitung von Kurt Schneider statt. Nachdem Kurt bereits das erste Seminar gestaltet hatte, war er uns allen, bis auf drei NeueinsteigerInnen mit Peer Counseling Erfahrung, gut bekannt.
Der Seminarinhalt richtete sich dieses Mal überwiegend danach, was die TeilnehmerInnen einbrachten. Die Schwerpunkte, wie bereits angekündigt, waren: Reflexion der Praxiserfahrungen der TeilnehmerInnen mit Rollenspielen nach der Methode des Psychodramas. Eigenreflexion und Selbsterfahrung waren in die Rollenspiele eingebunden. Wie die Spiele abliefen, wurde von Kurt vor Ort erklärt.
Wir beschäftigten uns auch mit Teilen von Märchen, die Bezug auf das Thema Behinderung nahmen. Zum Beispiel: Was hat das Märchen Dornröschen mit Behinderung zu tun? Nur ein Bildausschnitt wurde bearbeitet (Dornröschen schlafend im mit Dornenhecken umwachsenen Turm. Wer befreit, erlöst sie?). Wir bildeten vier Gruppen und es war faszinierend, welche Dynamik sich bei jedem Einzelnen entwickelte. Das Resümee war Selbstbestimmung.
In den Diskussionen wurde Theorie und Praxis miteinander verbunden und dadurch noch besser verstanden. Ich glaube, man kann sagen, dass sich jede/r TeilnehmerIn für sich etwas mitnehmen konnte.
"Behinderung und Sexualität" - ein spannendes und sehr sensibles Thema
Dieses Seminar fand am 28. und 29. Mai 2004 in Linz statt. Nachdem 3 Teilnehmer nicht erschienen sind, waren wir eine Gruppe von 3 Männern und 9 Frauen. Natürlich richtete sich unser Angebot ausschließlich an Menschen mit Behinderung.
Im Seminar stand vor allem "das, was möglich ist, was Kraft gibt" im Vordergrund.
Inhalte und Themen des Seminars waren z.B.: Sexualität als näheste Form der Kommunikation, Kontakte knüpfen, PartnerInnen finden, das Brechen mit Konventionen und Rollenzuteilungen, Management von Lust und Liebe für Menschen mit hohem Assistenzbedarf.
Den verschiedenen Themen näherten wir uns sowohl in Form von Diskussionen in der Großgruppe als auch in Kleingruppen oder wir bildeten Gruppen nach dem Geschlecht. Auch ein Videofilm verhalf uns zu größerer Offenheit und Nähe. Verschiedene Stimmungen drückten wir malerisch mittels Farben aus.
Als Kursleiterin stand uns Mag. Dorothea Brozek aus Wien zur Verfügung. Sie vollendete das Studium der Slawistik und Politikwissenschaft/Publizistik und absolvierte die Ausbildung zur Dipl. Sexualberaterin und -pädagogin nach Rotraud Perner. Sie ist selbst E-Rollstuhl-Benützerin, in hohem Ausmaß auf Persönliche Assistenz angewiesen und wusste daher auch von dieser Perspektive viel zu sagen.
Im Großen und Ganzen ein sehr gelungenes Seminar und hoffentlich nicht das letzte mit diesem "Tabu"-Thema!
Kurzbericht über "Peer Counseling-Seminar - Ein genauer Blick auf eine partnerschaftliche Methode"
Das Seminar fand vom 26. bis 28. März 2004 in Linz statt. Unser Angebot war ausschließlich an Menschen mit Behinderungen/ Beeinträchtigungen gerichtet.
Peer Counseling (Betroffene beraten Betroffene) ist eine aktivierende Beratung, die von einer Person mit Behinderung/Beeinträchtigung zur Verfügung gestellt wird, die über eigene Erfahrungen und Kenntnisse sowie über Fähigkeiten, mit der eigenen Behinderung/ Beeinträchtigung umzugehen, verfügt. Sie assistiert sozusagen anderen behinderten Menschen im Umgang mit ihren behinderungsbedingten Erfahrungen.
Peer Counseling basiert auf "aktivem Zuhören" sowie anderen problemlösenden Techniken, um Betroffene ("Peers") zu beraten.
Peer Counseling wird von den Independent Living-Programmen als eine primäre Methode zum Lehren der Fertigkeiten zum selbstbestimmten Leben gewählt.
Diese Beratungsmethode ist aber auch im privaten Bereich für den Umgang mit Menschen sehr brauchbar.
Ein wichtiger Teil davon ist die Selbsterfahrung. Sich selbst gut zu kennen, respektvoll zu behandeln und mit Wertschätzung zu begegnen sind Grundvoraussetzungen für die Beratung von anderen. Selbsterfahrung gibt aber auch ein Gefühl, dass gemachte Erfahrungen zwar gleich sein können, aber gleichzeitig immer unterschiedlich erlebt werden. Die Problemlösungen sind auch von den vorhandenen Möglichkeiten abhängig.
Im Rahmen des Seminars im März hatten wir die Möglichkeit, uns die theoretische Grundlage zum Peer Counseling zu erarbeiten. Immer wieder wurden wir dabei stark mit uns selbst konfrontiert. So haben wir uns zum Beispiel mit der "dunklen" (negative Erfahrungen) und mit der "hellen" Seite (positive Erfahrungen) unserer Behinderung/Beeinträchtigung auseinander gesetzt. Weiters konnten wir verschiedene Beratungsmethoden und -techniken kennen lernen.
Als Kursleiter stand uns Kurt Schneider aus Wien zur Verfügung. Er ist Psychotherapeut mit diversen Zusatzausbildungen und lebt selbst mit einer Behinderung.
Ein Folgeseminar dazu, ebenfalls wieder von Kurt Schneider angeleitet, findet mit denselben TeilnehmerInnen wie im ersten Seminar vom 1. bis 3. Oktober in Linz statt.
Hier werden wir uns mit dem Wissen und den Möglichkeiten von Peer Counseling in Form von Rollenspielen und der Erprobung von praktischen Beispielen auseinander sehen.




