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Mobilität

Öffentliche Verkehrsbetriebe in Linz

Die aktuellen Daten der öffentlichen Verkehrsbetriebe in Linz sind unter folgendem Link herunter zu laden:

/sites/default/files/Informationen/07.Vortrag_Waldhoer.pdf


Behindertenbeauftrager der ÖBB beim SLI

Am 4. 11. war Hr. Schwarzl, Behindertenbeauftrager der ÖBB, bei uns zu Gast. Hr. Schwarzl ist seit 1980 in dem Unternehmen tätig. Seit Februar 2005 arbeitet er beim Personenverkehr als Ansprechpartner für mobilitätseingeschränkte Reisende. Er ist selbst unterschenkelamputiert.

Bisher konnte er die Einführung der Vorteilscard Spezial auch für Nichtösterreicher ab einem Grad von 70 % Behinderung erreichen. Zudem wurden bisher 5 Fahrkartenautomaten in Österreich auf 125 cm herabgesetzt, weitere sollen folgen. Ein weiteres Tieferlegen der Automaten ist aus technischen Gründen nicht möglich.

Die ÖBB plant die Einführung so genannter Multifunktionswagen, die tagsüber mit Sitzplätzen ausgestattet sind, die sich für die Nacht einfach zu 2 Betten umbauen lassen. Ein geräumiges WC ist ebenfalls vorhanden. Betroffene Vertreter namhafter Behindertenorganisationen haben die neuen Wagen bei einer Besichtigung als gut eingestuft. Allerdings verfügen die Waggons über keinen fahrzeuggebundenen Hebelift. In den vorhandenen Doppelstockwagen werden nachträglich Toiletten eingebaut. Diese verfügen über eine fahrzeuggebundene Rampe, die der Schaffner rasch ausklappen kann. Im Frühjahr werden sie nachgerüstet. Bei allen Um- bzw. Neubauten werden sowohl mobilitätseingeschränkte als auch sinneseingeschränkte Personen miteinbezogen. Leider gibt es bei der im Nahverkehr eingesetzten neuen Garnitur, dem Talent, einige Probleme. Die WCs sind zu klein, insgesamt ist der Platz für Rollstuhlfahrer zu eng bemessen. Für blinde und sehbeeinträchtigte Personen gibt es jedoch eine kontrastreiche taktile Gestaltung der Wagen. Von außen sind die Wagen durch Piktogramme gekennzeichnet.

Demnächst werden 20 neue Fahrzeuggarnituren ähnlich dem ICE angeschafft, die alle mit einem fahrzeuggebundenen Hebelift ausgestattet sind und akustische Informationen bieten. 3 Rollstuhlplätze sind in der ersten Klasse vorgesehen. Jeder mit 2 Beleitpersonen, wobei eine frei ist, die zweite fährt mit einem Zweite-Klasse-Ticket. Diese verfügen über keinen Speisewagen, für behinderte Menschen wird direkt am Platz serviert.

Knotenkonzept: Österreich wurde in 190 Knoten eingeteilt, d.h. Bahnhöfe, die für beeinträchtigte Menschen geeignet sein sollen. Dies sind Bahnhöfe in den Landeshauptstädten, an Hochgeschwindigkeitsstrecken etc, die mit einem Hebelift ausgestattet werden, dessen Stellplatz deutlich gekennzeichnet sein soll. Diese Lifte werden hydraulisch zu bedienen sein.

Bis 2015 hat die ÖBB Zeit die Bahnhöfe, Züge und Strecken barrierefrei zu gestalten. Bei den Postbussen endet die Übergangsfrist 2008.

Telefonische Voranmeldung für eine Bahnfahrt mit dem Rollstuhl soll 72 Stunden vor Reiseantritt erfolgen unter der Nummer 051717 – 5 – 5, bei den letzten beiden Ziffern immer zuerst den Tonbanddienst abwarten, ansonsten wird man mit der allgemeinen Auskunft verbunden. Es gibt zudem ein Online-Formular im Internet oder es kann eine Anmeldung unter der E-Mail Adresse mobilitaetsservice@pv.oebb.at erfolgen. Der Fahrplanabfrage via Internet wird am Februar verbessert. Es wird vermerkt sein, ob es sich um einen Niederflurwagen handelt und ob ein Rollstuhl-WC vorhanden ist.

Viele sehbehinderte Reisende bemängeln auf dem Linzer Hauptbahnhof die für sie kaum lesbaren Fahrplananzeigen. Hr. Schwarzl kann sich hier Bildschirme in Augenhöhe beim Kartenverkauf vorstellen.

In Wien gibt es die private CAT-Bahn, die vom Bahnhof Wien-Mitte zum Flughafen Schwechat fährt. Diese ist für Rollstuhlfahrer mit Begleitperson benutzbar und hat eine Klapprampe. Wien-Mitte ist vom Westbahnhof mit der U-Bahnlinie U3 erreichbar. Längerfristig ist geplant einen Zentralbahnhof zu bauen. Die Ansprechperson für Probleme bei der Bahnbenützung (zB. die schlechte Verbindung Linz - Graz) ist Erich Forster, erreichbar unter erich.forster@pv.oebb.at. Dieser ist mit der Bitte um eine persönliche Stellungnahme zu kontaktierten.


LILO um mehr Barrierefreiheit bemüht.

Autor: Mag. Wolfgang Glaser

Um mehr Barrierefreiheit bemüht ist man bei der Linzer Lokalbahn (LILO) und lud VerteterInnen unterschiedlicher Behindertenorganisationen am 13.6. 2005 zur Besichtigung neuer Gelenktriebwagen. Teilgenommen an dieser Besichtigung haben der Generalsekretär der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR), Eduard Riha, Klaudia Karoliny von der Selbstbestimmt-Leben-Initiative-Linz (SLI-Linz) und Mag. Wolfgang Glaser von der Miteinander GmbH. Als Vertreter der Linzer Lokalbahn war der Stellvertretende Betriebsleiter der Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft m.b.H., Ing. Josef Berger anwesend.

Den Impuls dazu, dass sich die Verantwortlichen der LILO mit kompetenten AnsprechpartnerInnen von Behindertenorganisationen über Verbesserungen zur Barrierefreiheit austauschen, haben Brigitte Moosbrugger und Andrea Fröschl von der SLI-Linz gegeben, die 2003 bei einer Reise zur OÖ Landessausstellung „Wert des Lebens“ nach Hartheim die neuen Niederflurwaggons der LILO erstmals testeten. Die Strecke, die mit der LILO befahrbar ist umfasst Linz - Eferding - Waizenkirchen - Peuerbach – Neumarkt.

Die neuen Waggons der LILO sind grundsätzlich mit den Niederflurwagen der ÖBB-Fahrzeuge „Talent“ und „Desiro“ vergleichbar. Die Höhendifferenz von der Schienenoberkante bis zur Fußbodenoberkante beträgt 585 mm. Der Einstieg ist mit ca. 1500 mm Breite großzügig und die Einstiegsfläche dahinter unverstellt und gut benutzbar.

Die Stellplätze für Rollstuhlfahrer befinden sich auf der Ebene des Einstiegsbereichs, desgleichen die Sanitärzelle. Das WC ist bauartgleich mit jenen im „Talent“ und „Desiro“ und für einen Großteil von Rollstuhlfahrern nicht benutzbar. “Das WC ist daher nicht als barrierefrei zu bewerten und entspricht auch nicht den Anforderungen des UIC-Kodex 565-3“, erklärt Eduard Riha von der ÖAR in einer schriftlichen Stellungnahme.

„Kann das vorhandene WC nicht durch ein barrierefreies WC ersetzt werden, sollte es, im Sinne der Chancengleichheit, außer Betrieb gesetzt werden. Dies ist eine Vorgangsweise die zumutbar ist, denn schließlich werden diese Fahrzeuge nur im Nahverkehr eingesetzt“ waren sich Glaser, Riha und Karoliny bei der Besichtigung einig.

„Positiv zu bewerten ist allerdings die Anordnung der Rollstuhlplätze. Müssen Rollstuhlfahrer beim „Talent“ beispielsweise eine Engstelle passieren – die an einer Seite durch Klappsitze und an der anderen vom WC begrenzt wird – um zu den Rollstuhlplätzen zu gelangen, stellt sich die Situation in der LILO insofern hindernisfreier und funktioneller dar, als die Stellplätze im Anschluss an die Einstiegsfläche angeordnet sind und sich das WC randständig im hintersten Bereich dieser zusammenhängenden Fläche befindet“ stellte Eduard Riha von der ÖAR in einer schriftlichen Stellungnahme nach der Besichtigung fest.

Wie die meisten Haltestellen der LILO, weist der Bahnhof der Linzer Lokalbahn in der Coulinstraße, der sich seit 1911 kaum verändert hat, einen Erdbahnsteig auf. Die Einbindung der Lokalbahn in den modernen Linzer Hauptbahnhof soll allerdings noch im November dieses Jahres erfolgen.

Als Einstiegshilfe in die Linzer Lokalbahn wird zur Zeit noch eine etwa 2,5 Meter lange Rampe eingesetzt. Diese Rampe ist für RollstuhlfahreInnen jedoch nur mit fremder Hilfe zu bewältigen.

Bei normalen Bahnsteigen ist die Einstiegssituation noch ungünstiger zu bewerten, da in der Regel die Breite der Bahnsteige für eine so lange Rampe gar nicht ausreicht. Als sinnvolle Alternative zu dieser langen Rampe schlägt Riha daher die Verwendung fahrzeuggebundene Hebelifte vor: „Diese kosten nicht nur weniger als eine entsprechende Erhöhung der vorhandenen Bahnsteige, sondern wären als mögliche Lösung auch rascher umsetzbar und gewährleisten, dass an allen Stationen den Menschen mit Behinderung der gefahr- und mühelose Ein- und Ausstieg ermöglicht wird“, so Riha.

Telefonische Voranmeldung für eine Bahnfahrt mit dem Rollstuhl soll 72 Stunden vor Reiseantritt erfolgen unter der Nummer 051717 – 5 – 5, bei den letzten beiden Ziffern immer zuerst den Tonbanddienst abwarten, ansonsten wird man mit der allgemeinen Auskunft verbunden. Es gibt zudem ein Online-Formular im Internet oder es kann eine Anmeldung unter der E-Mail Adresse mobilitaetsservice@pv.oebb.at erfolgen. Der Fahrplanabfrage via Internet wird am Februar verbessert. Es wird vermerkt sein, ob es sich um einen Niederflurwagen handelt und ob ein Rollstuhl-WC vorhanden ist.


Bericht zur Mobilität in Linz

Autorin: Brigitte Moosbrugger

Brigitte Moosbrugger

Schon viele, viele Jahre bevor ich SLI kennen gelernt habe, bemerkte ich immer wieder, dass öffentliche Verkehrsmittel oft fast leer durch die Gegend fahren und sich die Verkehrsunternehmen massiv über den Rückgang an Fahrgästen beklagen. Andererseits war aber eine sehr große Gruppe von Menschen, die kein eigenes Auto haben, oder benützen können, von der Mitfahrgelegenheit ausgeschlossen, weil es einfach unmöglich war in die Busse, Straßenbahnen und Züge hineinzugelangen. Mit meinem großen Wunsch nach Normalität, Freiheit und Mobilität habe ich das immer als totalen Widerspruch und Schmerz empfunden.

Als ich dann die Möglichkeit hatte, mich hier in Linz für barrierefrei zugängliche Verkehrsmittel einzusetzen, war das für mich ein MUSS! Heute nach Jahren streckenweise sehr intensiver Arbeit im Arbeitskreis "Un-gehindert Mobil" bei den Linz Linien, kann ich positiv bewerten, dass ca. 90 % der Busse Niederflur-Bauweise haben und somit für alle zugänglich sind. SLI war auch maßgeblich an der Entwicklung der Niederflurstraßenbahnen beteiligt.

Leider gibt es zur Zeit erst ca. 11 Garnituren und diese werden willkürlich eingesetzt d.h. wenn ich auf eine Niederflurstraßenbahn angewiesen bin, muss ich mich auf mögliche lange Wartezeiten einstellen. Dennoch, mit der Gewissheit, dass bei den Linz Linien nur noch Niederflur-Fahrzeuge angekauft werden und dass die Niederflur-Technik sich auch in größeren Regionen durchsetzen wird, hat sich mein Traum von der ungehinderten Teilnahme am öffentlichen Verkehr bereits ein Stück verwirklicht. Jedoch, es gibt noch sehr, sehr viel zu tun!

 

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